hier stelle ich Projekte vor, die ich kennengelernt habe -
Tierfreunde Münster, Deutschland (seit Frühsommer 2007)
ein Verein ohne staatliche oder kommunale Förderung, kleines, familiäres Tierheim, Gruppenhaltung aller Tiere mit dauerhaftem Freilauf, sehr engagierte und spezialisierte Menschen (alle ehrenamtlich) in den jeweiligen Bereichen (momentan gibt es Hunde, Katzen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner und einen Wellensittich), bin dort ehrenamtlich im Hundebereich tätig, im Schnitt 6 - 12 Hunde, meistens aus Südeuropa oder deutsche Schicksale, keine Fundtierannahme, Zusammenarbeit mit den Tierschutzengeln, Bund gegen Mißbrauch von Tieren, Brunopet - Kontakt und mehr Infos über die Homepage:
www.tierfreunde-ms.de
Argenhof, Christiane Rohn, Allgäu
(Spätsommer 2007)
Ein Gnadenhof für nicht mehr tragbare Hunde (Beißvorfälle, Einschläferungsbefehl), den ich gern kennengelernt hätte, da ich das Buch von ihr so klasse fand, leider kam es nicht zu näherer Zusammenarbeit, da ich auf meine Fragen bezüglich vieler Vorwürfe gegen diesen Hof, z. B. warum die Hunde in kleinen, zwar tierschutzgesetzkonformen Zwingern gehalten werden und zur Klärung wenig Antwort erhielt, liegt mir immer noch schwer auf dem Herzen, weil ich so euphorisch hingefahren bin...vielleicht fahre ich einfach nochmal hin, frage nicht mehr, sondern arbeite eine Zeit mit?
www.argenhof.de
PAWS - Paros` Animal Welfare Society, Griechenland
(Winter 07/08)
Barbara, eine Schweizerin, landete irgendwann mal auf der Insel Paros, blieb, und fand Hunde, die Hilfe brauchten, welche sie ihnen nicht verwehrte, sondern sich kümmerte, auch um einen Platz, an dem sie gern und dauerhaft aufgenommen werden konnten, sprich sie vermittelte sie an Menschen im Ausland und wurde so im Laufe der Zeit zur inoffiziellen Institution Tierheim, die bis heute komplett in ihren privaten Räumen existiert.
  
Seit 2000 macht Barbara das dort allein, teilweise zusammen mit ihrer Mutter, seit fast einem Jahr ist eine junge Frau miteingestiegen, sie versuchen nun gemeinsam, den inseleigenen Tierschutzverein (PAWS) dazu zu bewegen, eine bezahlte Arbeitskraft und ein ansatzweise hundegerechtes Gelände zu finanzieren, sowie ein breites Kastrationsprojekt auf den Weg zu bringen, was sich schwierig gestaltet. So liegt die Hauptfinanzierung weiter in den Sternen bzw. in Barbaras Händen, und es wird weiter symptomatisch gearbeitet, ohne die Wurzeln wirklich zu berühren.
Während meines Aufenthaltes dort lebten wir mit im Durchschnitt 30 Hunden in allen Lebensbereichen; an allen Stellen um das Haus herum waren Lager- und Aufenthaltsplätze eingerichtet, für Welpen, Junghunde, spezielle Hunde, im Bad dann Quarantänehunde, im Wohnbereich die frisch operierten und im Schlafzimmer die ganz harten Fälle. Irgendwann kaufte Barbara etwas Land hinzu, auf dem nun noch ein kleines Außengehege angrenzt, das zu meiner Zeit mit 9 Hunden komplett ausgelastet war. Neben der normalen Versorgung wird versucht, jedem Hund einen täglichen Spaziergang in der Gruppe zu bieten, sowie in speziellen Fällen Einzelförderung miteinzubauen.
Ein provisorisches Übergangslager, so nannte Barbara es selbst einmal, ich denke jedoch, es ist ein Riesenglück für jeden in Not geratenen Hund; selbstverständlich und aufmerksam wird er hier aufgepäppelt, versorgt und in eine bestehende Gruppe integriert, bis ein passendes Zuhause gefunden wird. Dies geschieht in erster Linie in Zusammenarbeit mit der deutschen Organisation Paroshunde und erfordert aus meiner Sicht logistische Höchstleistungen (Flugpaten, Fährfahrt, Flughafentransfer, Zurückholen der Hundeboxen - und immer kann das Wetter einen dicken Strich durch die Planung machen, weil nichts mehr starten kann).
Aus vielen Fehlern hat Barbara sehr viel gelernt, über das Rudelleben und den Hund an sich. Dabei ist sie offen geblieben für neue, andere Sichtweisen und war mir kompetente und fruchtbare Gesprächspartnerin. Freiwillige Hilfe von hundeerfahrenen Menschen ist gern gesehen - es gibt viel zu tun und jede Menge zu lernen und zu erleben, viel Schönes und viel Tragisches...
Mittlerweile - 2010 - hat sich einiges getan; es gibt eine offizielle Auffangstation für Hunde auf der Insel und dort geht die Arbeit weiter, zur Zeit bin ich vorort und versuche, mein Bestes zu geben- es gibt soviel zu tun...
www.paws.gr
www.paroshunde.de
Brunopet - Verbesserung der Lebensumstände rumänischer Straßenhunde
Brunopet ist eine deutsche Organisation, die sich um die Verbesserung der Situation von Straßenhunden kümmert. Sie besteht seit sechs Jahren und ist zur Zeit in erster Linie in Rumänien tätig. Von dort aus wurde vor einigen Jahren ein Notruf in die Welt gestartet. Über die aktuelle Situation in dem von Brunopet unterstützten, rumänischen Tierheim, konnte ich mir nun während eines Hundetransports ein erstes Bild machen. Mit einem Klein-Lkw fuhr ich zusammen mit einer Brunopetfrau also in 26 Stunden nonstopdort runter. Miercuera Ciuc liegt mitten in den Karpaten und ist mit ca. 45.000 Einwohnern eine der größeren Städte Rumäniens. Während der ganzen Fahrt durch Rumänien (es gibt dort keine Autobahnen) sind viele Straßenhunde zu sehen - eigentlich ein schönes Bild...gibt ja auch viel Gegend dort...und von den Voraussetzungen für ein Leben auf der Straße ist es für die Hunde grundsätzlich sogar besser als in den wasserarmen, verdörrten südeuropäischen Ländern. `Gewöhnungsbedürftig´ ist dagegen der Anblick überfahrener Hunde und auch die Anzahl... Vielleicht ähnlich wie wir in Deutschland überfahrene Kaninchen sehen und der Preis der Freiheit? Grundsätzlich ist die Situation die gleiche wie vielerlands – der Zivilisation angeschlossene unkastrierte Hunde - vermehren sich maßlos und bilden nicht die klassischen Rudel, die dieses Problem nicht aufkommen lassen würden, sondern bleiben Einzelgänger oder in kleinen, eher variablen Gruppierungen – Krankheiten und menschliche Willkür sind Voraussetzungen für Elend in vielerlei Hinsicht- Bislang hieß die Lösung Hundefänger und Tötungsstation, seit einiger Zeit heißt sie Hundefänger und städtisches Tierheim, geleitet von dem dort ansässigen, rumänischen Tierschutzverein. Als Brunopet mit der Unterstützung begann, waren die Verhältnisse, in denen die Hunde lebten, katastrophal: angekettet oder in Einzelhaft gesperrt, auf engstem, dreckigstem Raum, oftmals krank, ohne ärztliche Versorgung, ungeimpft, unkastriert und ohne irgendeine Perspektive. Besser als die Tötungsstation? Rumänien hat ja nun auch eine harte Geschichte, die noch nicht so ganz lang her ist – ein gebeuteltes Volk in vielerlei Hinsicht – gut, dass man von sich aus nach Unterstützung fragte! Brunopet hat sich mit Wissen, Sachspenden und finanzieller Unterstützung eingebracht, konnte die Lebensumstände der dort lebenden Hunde und die (tierärztliche) Versorgung schon ganz erheblich verbessern und wenigstens einen kleinen Teil der Menschen vor Ort in ihrem grundsätzlich vorhandenem Bewusstsein bestärken, dass auch Hunde Bedürfnisse und Rechte auf diesem Planeten haben. Gerade auf dieser Ebene besteht jedoch noch erheblicher Handlungsbedarf, denn nur wenn die einheimische Bevölkerung dies versteht, kann sich langfristig etwas verändern – Stichwort Kastration... Besonders seit eine Mitarbeiterin von Brunopet „vor Ort“ in dem Tierheim lebte, hat sich für die Hunde viel getan. Meli (that`s her name :)) kümmerte sich um Gruppenzusammenstellungen, individuelle Bedürfnisse und, so es Zeit und Rahmenbedingungen zulassen, um individuelle Förderung und die damit oft ganz einfache Lösung vermeintlicher hündischer `Probleme´. Sie hat die ärztliche Versorgung, Grundimmunisierung, Kastration vorangetrieben und kämpft, mittlerweile wieder in Deutschland lebend, weiterhin in erster Linie darum, allen Hunden dort eine grundsätzlich lebenswerte Existenz zu ermöglichen. Von diesem Anspruch ist man dort noch weit entfernt: Mehr als die Hälfte der Hunde fristet ihr Dasein weiterhin in kleinsten, dunklen, undichten und bei Regen schlammigen Holzbaracken. Verwirklicht werden konnte mittlerweile das Prinzip der Gruppenhaltung in den Zwingern und für einige Glückliche auch das „freie“ Leben auf einem großem Gelände. Der Weg dahin war hart, Hürden von Unverständnis und Unwissenheit sowie mangelnde finanzielle Mittel waren und sind weiterhin zu nehmen... Die Chance, in die mittlerweile besser (bis richtig gut!) ausgestatteten und durchdachten Bereiche oder in den Freilauf aufzurücken oder gar in Hausnähe zu leben (das absolute Sahneschnittchen) und somit auch sozialen menschlichen Kontakt zu genießen oder zu erlernen, besteht für die Hunde nur, wenn dort Plätze frei werden, sprich Hunde abreisen...
Aktuell waren 460 Hunde dort, im letzten Jahr gab es um die 500 Neuaufnahmen. Die Differenz ergibt sich daraus, dass Brunopet die Vermittlung nach Deutschland begonnen und vorangetrieben hat (sie haben einen super ausgestatteten Transporter!), was jedoch keinesfalls die Lösung des Problems und langfristig einfach nicht so weitergehen kann, weil sich so nix ändert und auch angesichts aller anderen Länder, die es genauso handhaben... Kastrieren, grundimmunisieren, fitmachen und wieder in die Freiheit geben, wäre die einzig realistische Lösung – denkt auch Brunopet und verändert langsam den Projektansatz (da darf man gespannt sein, wie es weitergeht!). Wir waren sehr knappe zwei Tage dort und haben uns am dritten Tag mit 46 Hunden auf den Weg nach Deutschland gemacht. Ab Süddeutschland gab es verschiedene Etappen, an denen Hunde in Empfang genommen wurden und wir erreichten 36 Stunden später den letzten Stopp im nordrheinwestfälischen Münster. Ein recht gutes Organising, logistisch durchaus herausfordernd (sowas registriere ich immer bewundernd, weils nicht so mein Ding ist...) Die Hunde saßen dabei zwischen 24 und 36 Stunden ununterbrochen in ihren Käfigen + wurden regelmäßig mit Wasser + frischem Bodenbelag in Form von Handtüchern versorgt. Sie haben die Fahrt alle mehr oder weniger gut ertragen und letztendlich alle gut überstanden – das ist schon auch eine wirklich große Anstrengung und viel Stress gewesen – wie bei jeder Flucht, habe ich so gedacht...
Ich hatte mich während der Hinfahrt in eine der großen Boxen gelegt, um mich ausstrecken zu können + zu schlafen. Allein war es gar nicht so unkomfortabel, mit 48 Artgenossen, die nicht wissen, was gerade mit ihnen passiert, die wahrscheinlich noch nie in einem Auto gefahren sind und alles mögliche von sich geben…ist das schon was anderes und alles andere als gemütlich... Für die 5 Hunde, die mit mir dann als Letzte bei den Tierfreunden Münster ausgestiegen sind, kann ich stellvertretend sagen, sie haben das Ticket für diese Tour wohl nicht zu hoch bezahlt – es sind strahlende, aufgeblühte Hunde... :))
      

Respekt vor Brunopet, Respekt vor Meli – meine Unterstützung habt ihr, Mädels!
Mehr Infos über Brunopet und die Lage der Straßenhunde in Rumänien unter
www.freundeskreis-brunopet.de
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